In den vergangenen Tagen wurde von einer Bürgerinitiative ein Flyer verteilt mit Behauptungen, auf die wir gerne eingehen möchten:

 

Behauptung: Seit Jahren wird in Stutensee nicht in soz. Wohnungsbau investiert, obwohl die Wohnungsnot seit Jahrzehnten im Raum KA bekannt ist.
 
Richtig ist: Wir haben nicht seit Jahrzehnten eine Wohnungsnot. Die Wohnungssituation hat sich in den letzten 4-5 Jahren dramatisch verschärft. Richtig ist, dass Bund, Länder und Kommunen dieses Thema in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt haben. Hier gilt es umzudenken – deswegen machen wir uns in Stutensee aktuell diese Gedanken und denken ergebnisorientiert.
 
 
Behauptung: Mit nur 30% der Fläche in eine Wohnungsbaugenossenschaft zu gründen, ist absurd. Vorstand, Mitarbeiter etc. wollen alle bezahlt werden.

Richtig ist: Eine Wohnungsbaugesellschaft ermöglicht es langfristig, dass hier die Stadt steuern kann und nicht fremd bestimmt ist. Wenn man dies Fremde (Volkswohnung, private Investoren) machen lässt, dann kosten deren Geschäftsleitung und Mitarbeiter auch Geld. 
Beim Lachwald ist grundsätzlich noch vieles möglich – es ist noch nichts final entschieden. Über mehr als 30% kann noch entschieden werden. Die 30% können z.B. noch deutlich erhöht werden, wenn man die restliche Fläche auf dem gleichen Weg veräußert wie das Hallenbad-/Neise-Gelände. Dann kann ein Anteil an bezahlbarem Wohnraum von 50-60% erreicht werden. 
  
 
Behauptung: Hektik und damit grobe Managementfehler auf Seiten der Stadt und der großen Fraktionen.
 
Richtig ist: Zum Thema „Wohnungsbau“ ist tatsächlich und leider Eile angesagt. Welche groben Managementfehler hat die Stadt gemacht? Stutensee hat sich hervorragend entwickelt, die meisten Beschlüsse wurden einstimmig (also auch mit den Grünen) getroffen.
 
 
Behauptung: Wohnraum kann überall in Stutensee geschaffen werden.
 
Richtig ist: Wohnraum kann überall geschaffen werden? Aber wie ist es mit sozialverträglichen Mieten? Aktuell werden für Mietwohnungen bei Neubauten z.B. in Friedrichstal 11,50€ / qm verlangt und auch bezahlt. Dagegen kann nur die Kommune in eigenen Immobilien vorgehen.
 
 
Behauptung: Das geplante Gewerbegebiet Blankenloch-West könnte man in ein Mischgebiet umwandeln.
 
Richtig ist: Das führt zu einem zweigeteilten Ort und macht mindestens eine weitere, viele Millionen Euro teure Unterführung erforderlich. Kostengünstige Mietwohnungen könnten es dort keine geben, da die Grundstücke im geplanten Gewerbegebiet Blankenloch-West vielen privaten Eigentümern gehören.
 
 
Behauptung: Dezentrale Wohnquartiere für alle Altersschichten in allen Stadteilen schaffen.
 
Richtig ist: Das ist genauso vorgesehen. Aber damit zunächst eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gegründet werden kann, wird hierfür ein großflächiges stadteigenes Areal benötigt. Dieses gibt es nur im Lachwald.
 
 
Behauptung: Soz. Wohnungsbau durch Kooperationen mit anderen Wohnungsbaugesellschaften.
 
Richtig ist: Das ist alles möglich – aber besser ist es vermutlich selbst zu verwalten. Vor allem, wenn man als Stadt Stutensee dauerhaft entscheidenden Einfluss haben möchte. Und ganz wichtig: Andere Gesellschaften machen dies auch nicht umsonst für uns.
 
 
Behauptung: Auflagen zur Schaffung von kostengünstigem Wohnen gegenüber Investoren durch sogenannte „städtebauliche Verträge“.

Richtig ist: Auflagen sind schwierig zu machen und noch schwieriger zu kontrollieren. Bei der aktuellen Marktsituation haben Bauträger kein Interesse, sich mit solchen Bandagen dann mit der Kommune einzulassen.
 
 
Behauptung: Flächenverbrauch stoppen ist wichtig / Fällt der Lachwald, fällt die Grünzäsur.

Richtig ist: Fläche ist zum Bauen erforderlich. Den Lachwald fällt niemand gerne – kurzfristig bietet er jedoch die einzige Möglichkeit, um schnell eine Entspannung auf dem Mietwohnungsmarkt zu erreichen. Die Grünzäsur bleibt erhalten – das hat der Regionalverband auch zurecht deutlich eingefordert!
 

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