CDU Stutensee

Besichtigung der Erdwärme-Bohrstelle im Graben-Neudorf


Auf Initiative unseres Mitglieds Dirk Meinzer vom Ortsverband Friedrichstal besuchten wir am Samstag, 1. Juli die Bohrstelle der Deutschen Erdwärme im Graben Neudorf. Der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Herr Ron Zippelius (nicht verwandt oder verschwägert mit unserem Bundestagsabgeordneten Nicolas Zippelius) erläuterte uns die Chancen, die sich aus der Erdwärme in 4.000 m Tiefe ergeben. Insbesondere für die Wärmewende bieten sich bei uns im Oberrhein mit dem besonderen Potenzial der Tiefengeothermie hervorragende Möglichkeiten. Aktuell beträgt bei der Wärmeerzeugung der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland lediglich 15 %, regional bei uns sogar nur 8 %. Hier besteht somit noch ein großes Potenzial und Nachholbedarf. Mit der Tiefengeothermie in Graben-Neudorf kann die Energie von 27 Millionen Liter Heizöl pro Jahr erzeugt werden. In Verbindung mit einem regionalen Wärmenetz kann dieses Potenzial in Zukunft dann zur Wärmeversorgung von Gebäuden bis in die privaten Haushalte genutzt werden. Eine Wärmenetz-Gesellschaft wurde am 23.06.23 gegründet - Stutensee ist daran beteiligt.

Auch kritische Bereiche wurden von Herrn Zippelius angesprochen. Die Erdbebenwahrscheinlichkeit, bisherige negative Erfahrungen an anderen Orten und umfangreichen Maßnahmen zur Gefahrenvorsorge, negative Auswirkungen auf die Umwelt bis hin zur Schadensfallregulierung. Nachvollziehbar und glaubhaft wurde dargelegt, wie z. B. durch seismisches Monitoring der Untergrund ständig beobachtet wird und bei Überschreitung niedriger Grenzwerte sofort reagiert werden kann, um Schäden zu vermeiden. Für Schadensfälle stehen bis zu 53 Mio. Euro zur Verfügung.

Insgesamt ein sehr interessanter Vormittag mit dem Fazit, dass die Chancen der Tiefengeothermie bei uns unbedingt genutzt werden müssen.

Einen herzlichen Dank nochmals an Dirk Meinzer und Herrn Zippelius.