Sehr kritisch zu sehen sind die Wahlkampfauftritte türkischer Minister in Deutschland, denn wenn türkische Politiker unsere freiheitliche Grundordnung ausnutzen, um für einen demokratiefeindlichen Staatsumbau in ihrem Land zu werben, missbrauchen sie das Gastrecht. Die üblen Entgleisungen durch Erdogan-Anhänger mit Nazi-Vergleichen usw., die es in Zusammenhang mit untersagten Wahlkampfauftritten gegen demokratische Staaten wie Deutschland und Holland in den vergangenen Wochen häufig gegeben hat, sind inzwischen unerträglich geworden. Daher muss an dieser Stelle deutlich gesagt werden, dass wir keine türkische Innenpolitik in Deutschland haben wollen – wer türkische Innenpolitik betreiben möchte, der kann das gerne in der Türkei machen. Das Schlimme an der Hetze durch türkische Politiker ist, dass dadurch das deutsch-türkische Verhältnis verletzt wird – und zwar nicht nur auf internationalem Parkett, sondern leider auch hier bei uns vor Ort. Es bleibt zu hoffen, dass diese Verletzungen nicht nachhaltig sind!


Erschreckend war auch die unlängst in der Wochenzeitung „Zeit“ zu lesende Aussage zahlreicher Deutschtürken, wonach die Türkei das beste Land der Welt sei. An der Stelle muss man sich die Frage stellen was in den letzten Jahrzenten schief gelaufen ist. Lag es an unserer Integrationspolitik oder an der mangelnden Integrationsbereitschaft durch einige der bei uns lebenden Türken? Es muss aber auch die Frage erlaubt sein, weshalb jemand hier im freiheitlichen, demokratischen Deutschland leben möchte, wenn die Türkei in seinen/ihren Augen „das beste Land der Welt“ ist. Die Erdogan-Anhänger in Deutschland müssen aber auch die Frage beantworten warum sie lieber in einem freiheitlichen und demokratischen Deutschland leben und sich aber gleichzeitig in der Türkei eine Diktatur wünschen und daher beabsichtigen für Erdogans Pläne zu stimmen.

Wie dem auch sei: Die Türkei geht derzeit für jedermann offensichtlich in eine völlig falsche Richtung, weshalb ein Abbruch der EU-Beitrittsgespräche spätestens jetzt dringend erforderlich ist. Anders sieht das leider nach wie vor der Kanzlerkandidat der SPD: Martin Schulz möchte die Türkei weiterhin in der EU aufnehmen. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), sagte daher ganz deutlich: „Wer Martin Schulz wählt, holt die Türkei in die Europäische Union und das ist falsch!“

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